Buchtipp: Kopfstand

„Die Titelerzählung des im Herbst 2014 erschienenen Bandes spielt zur Zeit des Golfkrieges, 2003: Ein Mann erfährt, dass er erblinden wird, wenn er...

Kopfstand

Unwillkürlich saß ihm ein kindlicher Schalk im Nacken. Wie von einem zwanghaften Wunsch getrieben, ging er zu der großen Fensterfront, bückte sich, stützte sich mit den Händen auf den Fußboden und versuchte einen Handstand.

Träume und Realitäten in einer Stadt, die so gerne eine europäische Metropole wäre

Sie hat sich in die eigenen Träume verliebt und dabei den festen Boden unter den Füßen verloren

Frau Rühles Schatulle I

Mit der Kaffeetasse in der Hand sitze ich am Fenster meines Pensionszimmers und betrachte die Passanten auf der Straße und die nackten Lindenbäume gegenüber. Seit meiner Ankunft ist mir das zur Gewohnheit geworden. So gelingt es mir, mich ohne große Mühe abzulenken:

Eine Bilanz

Sie waren eine fremde Masse, keine Individuen. So lautete mein Befund als junger Schriftsteller, der die Erfahrungen teilte und sie zu seinem Thema machte.

Granatapfelblüte

All diese tragischen Ereignisse, die zu ihrer Zeit stets das ganze Dorf in ihren Bann zogen und erschüttern, wirken, nach langer Zeit wiedererzählt, gewöhnlich und fad, lösen keine Gefühle mehr aus.

Akademie der Künste eröffnet Aras-Ören-Archiv

Das Archiv des Schriftstellers Aras Ören, der am kommenden Sonnabend, den 1. November, seinen 75. Geburtstag feiert, wird zur öffentlichen Nutzung freigegeben.

Hayal her gün
olağanüstü bir hal
heyecan vesaire…

Ich vermisste meine Pfeife.
Ohne sie wollte ich nicht im Café sitzen.
Unter keinen Umständen.

Selbstklischee mit Pfeife

Selbstklischee mit Pfeife
Die ersten nach Frühling lechzenden Gäste hatten auf den Bänken unter den Kastanien Platz genommen. Auch meine Frau drängte mich dazu. Nur für eine Viertelstunde, wie sie sagte.
Ich druckste herum.

Eine Bilanz

Eine Bilanz
Sie waren eine fremde Masse, keine Individuen. So lautete mein Befund als junger Schriftsteller, der die Erfahrungen teilte und sie zu seinem Thema machte.

 

Der türkische Dichter und Schriftsteller Aras Ören lebt seit 1969 in Berlin. Der 1939 geborene Autor hatte die Tübinger Poetik-Dozentur inne und ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, die auch das Aras-Ören-Archiv beherbergt.